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Kurort

: Definition, Arten von Kurorten und Informationen zur Kurtaxe

Kurort

Als Kurorte werden Gebiete bezeichnet, die besondere natürliche Vorkommen an Heilmitteln des Bodens, des Wassers oder der Luft aufweisen können.

Den Zusatz Kurort dürfen ebenfalls Gemeinden tragen, in denen die Voraussetzungen für eine Physiotherapie nach Kneipp gegeben sind.

Es gibt strenge Kriterien, nach denen das Prädikat „Kurort“ verliehen wird. Als Grundlage dient das sogenannte Kurorte Gesetz, obwohl es in manchen Bundesländern auch eine spezielle Verordnung gibt. Für Kurorte gibt es auch höhere Anforderungen im Rahmen des Umweltschutzes, insbesondere natürlich für den Schutz der natürlichen Heilmittel.

Je nach Art des Heilmittels unterscheidet man folgende Arten von Kurorten:

Heilbad

Wie der Name andeutet, besitzen Heilbäder natürliche Heilmittel des Wassers. Die folgenden Heilmittel kommen vor:

Mineralheilbad: Hier enthält das Wasser bestimmte Konzentrationen an Mineralstoffen und Spurenelementen. Die wichtigsten Mineralstoffe sind Jod, Magnesium, Natrium und Calcium. Ihre Zusammensetzung ist nirgendwo gleich und so ist auch die Wirkung je nach Heilbad unterschiedlich. Kuren finden in Form von Trink, Inhalations- und Badetherapien statt. Ist das Wasser beim Austritt wärmer als 20 Grad, wird es auch Thermalwasser genannt. Die therapeutische Wirkung von Mineralheilbädern ist wissenschaftlich nachgewiesen und Therapien finden sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von akuten Beschwerden statt. Besonders bei rheumatischen Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Stoffwechselerkrankungen sind Mineralheilbäder wirkungsvoll.

Moorheilbad: Bei Moorheilbädern kommt die therapeutische Wirkung aus dem Torf der Moore. Meist werden daraus Schlammpackungen und Vollbäder gemacht. Da Torf Wärme speichert und sehr viel langsamer abgibt als Wasser, kann ein Vollbad schon mal Temperaturen von bis zu 48 Grad erreichen. Durch die Steigerung der Körpertemperatur und der Heilwirkung des Torfes soll der Körper entgiftet, der Stoffwechsel angeregt und das Immunsystem gestärkt werden. Außerdem werden Moorbehandlungen oft angewendet, um den Hormonkreislauf zu normalisieren. Für Menschen mit Kreislauferkrankungen gibt es auch Kaltanwendungen.

Orte mit Heilquellen-Kurbetrieb

Heilquellen weisen Wasser mit einer bestimmten gesundheitsfördernden chemischen Zusammensetzung auf. Je nach Gehalt der Quellen unterscheidet man zwischen Heilstollen-Kurbetrieb, Peloid-Kurbetrieb oder Sole-Kurbetrieb. Heilwasser besitzt den Status eines Arzneimittels und kann sowohl als Trinkkur als auch als Badekur angeordnet werden. Abgesehen von Mineralstoffmangel helfen Heilquellen auch bei einer Reihe anderer Stoffwechselerkrankungen, sowie Magen- und Darmerkrankungen.

Seeheilbad

Als Seeheilbad werden Kurorte bezeichnet, die an der Küste liegen und Therapien unter Einbezug des Seeklimas anbieten. Die Kriterien stecken einen strengen Rahmen für die Therapie und die Einrichtungen ab. Bekannte Seeheilbäder sind zum Beispiel Baltrum und Norderney an der Nordsee und Travemünde und der Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Heilklimatischer Kurort

Als Heilklima gelten Klimaräume, die eine positive anstatt belastende Auswirkung auf den Körper haben. Jegliche Art extremen Wetters wie exzessive Sonnenstrahlung oder sehr nasskaltes Wetter wirkt belastend auf den menschlichen Kreislauf. In Heilklimatischen Kurorten herrschen milde Bedingungen und die Luft ist kaum durch Schadstoffe verunreinigt. Heilklima kann bei einer ganzen Reihe von Beschwerden Linderung versprechen, unter anderem bei Gelenkerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und Hautkrankheiten.

Luftkurort

Um die Bezeichnung Luftkurort tragen zu dürfen, bedarf es regelmäßiger Gutachten über die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Luft und des Klimas. Hier erfolgen meist keine gesonderten Kuren oder Therapien. Die Auszeichnung lassen sich meist Orte und Gemeinden verleihen, an denen es ein hohes touristisches Interesse gibt.

Kneippkurort

In Kneippkurorten wird die ganzheitliche Kneipp-Therapie nach Sebastian Kneipp durchgeführt. Sie umfasst die Elemente Wasser, Ernährung, Bewegung, Kräuter und innere Ordnung. Typische Kurangebote beinhalten daher neben einer Bewegungs- und Ernährungstherapie auch psychologische Aspekte wie das Erlernen von Entspannungsübungen, um das seelisch-geistige Gleichgewicht wieder in Einklang zu bringen. Kräuter stellen ebenfalls einen wichtigen Aspekt dar und finden sich vor allem in Form von Pflanzensäften, Salben, Tabletten, Kompressen, ätherischen Ölen und als Badezusatz. Das letzte wichtige Element ist das Wasser. Kneippanwendungen umfassen vor allem Güsse, Wassertreten und Barfußlaufen.

Welche Art von Kur und Anwendung für Sie in Frage kommt, kann Ihnen am besten Ihr Arzt empfehlen.

Kurtaxe

In vielen Kurorten muss eine Kurtaxe (auch Gästetaxe oder Ortstaxe) entrichtet werden. Sie wird pro Person und pro Tag berechnet, wobei Kleinkinder meist ausgenommen sind und Kinder bis 18 Jahre oft einen niedrigeren Betrag bezahlen müssen. In vielen Gebieten staffelt sich die Kurtaxe auch nach Saison und Gebiet. Gezahlt werden muss sie ab Tag der Anreise bis zum Tag der Abreise.

Bei Nichtbezahlen wird teilweise ein Bußgeld in bis zu 10-facher Höhe angesetzt!

Damit eine Gemeinde Kurtaxe erheben darf, muss sie staatlich als Kurort anerkannt werden. Viele Urlauber ärgern sich natürlich über diese Abgaben. Das liegt vor allem an der Frage, wem die Gebühren zu Nutze kommen und warum diese bezahlt werden müssen.

Das Geld fließt größtenteils in die Instandhaltung und die Entwicklung der touristischen Angebote bzw. natürlich der therapeutischen Einrichtungen. Das Pflegen von Grünflächen, Stränden und Parkanlagen verlangt zum einen großen Verwaltungsapparat und verursacht zum anderen selbstverständlich Kosten.

Oft werden ganze Veranstaltungen, Konzerte und Events von den Abgaben finanziert, die dann von den Besuchern kostenlos oder für eine sehr geringe Gebühr besucht werden können. Auch begleitete Wanderungen oder Führungen beispielsweise durch Naturschutzgebiete können so organisiert und durchgeführt werden.

In vielen Städten und Gemeinden stellt die Kurtaxe den Eintritt in Einrichtungen wie Strandbäder oder Therapiezentren dar. Gleichzeitig erhalten die Gäste oft ermäßigte Konditionen im ÖPNV.

Im Grunde kommt die Kurtaxe also auf direktem Wege den Gästen und Besuchern des Kurortes zugute.

Tipp: Ob eine Kurtaxe anfällt, finden Sie bei den Hotelgutscheinen von Animod in der Regel unter „Hinweise zum Gutschein“ im jeweiligen Angebot. In der Regel können Sie die Abgabe bequem im Hotel bezahlen.

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